Mit dem Älter werden ist es ganz normal, dass unser Testosteron langsam abnimmt. Für die meisten Männer beginnt es bereits im Alter von 30 Jahren, für manche sogar schon vorher. Doch bevor Sie sich blind auf bestimmte Lebensmittel und Ergänzungen stürzen, um Ihren normalen Testostertonspiegel beizubehalten, sollten Sie zunächst einmal wissen, was Testosteron überhaupt ist.

Was ist Testosteron

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon und wird sowohl im männlichen, als auch im weiblichen Körper produziert. Es gehört zur Gruppe der Androgene, die die wichtigsten männlichen Hormone umfasst (DHEA, DHT, etc).

Testosteron kommt bei Männern und Frauen vor, wobei es von Männern etwa 10 Mal mehr produziert wird, die somit eher von einem hohen Testostertonspiegel profitieren.

Das Testosteron – und viele andere Androgene – sind am häufigsten für ihre Auswirkungen auf sexuelle Eigenschaften bekannt. Denn einfach ausgedrückt ist es das Testosteron-Hormon, was uns Männer zu Männern macht. Es stimuliert das Wachstum des Penis und des Hodensacks, spielt eine entscheidende Rolle bei der Spermien Produktion, stärkt die Stimmbänder, bestimmt die Wachstumsrate von Körper- und Gesichtsbehaarung, beeinflusst die Körperform und kontrolliert die Fettverteilung. Und darum sagen viele, dass Testosteron ein männliches Hormon ist.

Wenn Testosteron in die Androgenrezeptoren des Muskelgewebes eindringt, lösen sie eine Proteinsynthese aus, wodurch das Wachstum von neuem Muskelgewebes angeregt wird. Ähnliche Effekte erfahren auch die Knochen, denn Testosteron bindet sich auch an die Skelett-Androgenrezeptoren und fördert so die Dichte, die Stärke und die Mineralaufnahme der Knochen.

Darum befindet sich oftmals auch synthetisches Testosteron in Drogen zur sportlichen Leistungssteigerung, vor allem im Bodybuilding-Bereich. Es verhilft einfach zu einem viel schnelleren Muskelaufbau, ist jedoch überhaupt nicht empfehlenswert, da es die natürliche Produktion von Testosteron beeinträchtigt. Daher können Sie in diesem Artikel nachlesen, wie Sie Ihr Testosteron auf natürliche Weise erhöhen können.

Wie wird Testosteron produziert

Etwa 95% des Testosterons wird in den Leydig-Zellen der Hoden produziert. Die restlichen 5% werden aus DHEA (Vorläufiges Androgen) in den Nebennieren synthetisiert.

Und so funktioniert die natürliche Testostertonproduktion:

Teil 1. Alles beginnt mit dem Hypothalamus im Gehirn, der das Nervensystem mit dem Endokrinsystem verbindet. Im ersten Schritt setzt der Hypothalamus ein Hormon namens Gonadotropin (GnRH) frei. Das ist das Master-Hormon, mit dem alles beginnt.

Teil 2. Das GnRH stimuliert dann die Hypophyse, eine Hormondrüse vergleichbar mit der Größe einer Erbse, die aus der Unterseite des Hypothalamus hervorragt. Wenn die Drüse durch GnRH stimuliert wird, setzt es zwei Hormone frei: luteinisierendes Hormon (LH) und Follikel stimulierendes Hormon (FSH). Das sind die Gonadotropine, und darum wird das erste Hormon auch das Gonadotropin-freisetzende Hormon genannt.

Teil 3. Wenn LH und FSH mithilfe der Hypophyse in den Blutkreislauf gelangen, wandern sie so vom Gehirn bis hinunter zum Hodensack. Wenn sie ihr Ziel erreicht haben, dringen sie anschließend in die Leydig-Zellen.

Teil 4. Innerhalb der Leydig-Zellen finden dann folgende Ereignisse statt: Das FSH beginnt die Spermatogenese, während das LH mithilfe eines äußerst komplexen Prozesses Cholesterin (an diesem Punkt bereits eigentlich Pregnenolon) in Testosteron umwandelt. Ja, Cholesterin ist gar keine so schlechte Sache 🙂

Teil 5. Nachdem die frischen Testosteronmoleküle produziert wurden, überwacht Ihr Gehirn ständig die Menge des Hormons im Blut. Denn wenn zu viel produziert wird, verlangsamt es die Freisetzung.

Welche Wirkung hat Testosteron auf den Körper

1. Sobald das Testosteron in den Blutkreislauf gelangt, wird es „freies Testosteron“ genannt, weil es tatsächlich frei ist und an nichts gebunden ist. Doch die Leber gibt dieses Trägerprotein namens Sex Hormon bindendes Globulin (SHBG) ab.

2. Etwa ~98% des freien Testosterons ist entweder an SHBG oder Albumin gebunden (einem anderen Trägerprotein), und wenn Testosteron an eines dieser Proteine gebunden ist, kann es nicht mehr effektiv in die Zellen eindringen, was das ankoppeln an die Androgenrezeptoren umso schwieriger macht. Daher sind diese ~98% an Testosteron gar nicht so „aktiv“. Einfach ausgedrückt, je mehr Trägerproteine (SHBG und Albumin) man in seinem Blutkreislauf hat, desto weniger Testosteronmoleküle stehen zur biologischen Verfügung. Für einen Bodybuilder oder Mann im Allgemeinen sind das natürlich keine tollen Neuigkeiten.

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